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Die Reise

 

Wie kann eine Reise gestaltet werden?

Vorbereitung

Je gründlicher die Reise vorbereitet wird, um so nachhaltiger sind die Eindrücke. Eine gute Vorbereitung schließt nicht nur die Auseinandersetzung mit dem Reiseziel ein, sondern auch eine angemessene Beschäftigung mit der Situation der MigrantInnen (aus der Türkei) hier bei uns. Dafür sollte eine stabile Form gefunden werden, die in die Schul- oder Gruppenarbeit integriert werden kann – etwa regelmäßige Treffen von Arbeitsgruppen. Wir möchten, dass die Gruppen sich bereits bei Antragstellung Gedanken über die Vorbereitung machen (und uns dies im Antrag auch mitteilen). Zwischen Antragstellung und Durchführung der Reise muss genügend Zeit für eine gründliche Vorbereitung sein. Es ist auch möglich, im Büro der Stiftung Berichte von Reisen anderer Gruppen einzusehen.

Mehr Tips:

 

Begegnung mit Partnergruppen

Der Besuch einer Partnerschule oder -gruppe mit Unterbringung der einzelnen Reisenden in Gastfamilien kann einen sehr guten Einblick in den Alltag des Lebens in der Türkei bieten. Besuche der Partnergruppen in Deutschland können leider nur noch in Ausnahmefällen durch uns finanziert werden, aber bei einem gemeinsamen Aufenthalt in unserer Begegnungsstätte Afacan, die sich hervorragend für solche Treffen eignet, finanzieren wir die Anreise und den Aufenthalt der türkischen Gruppe.

Es ist auch möglich, in kleinen Gruppen Familienangehörige der aus der Türkei stammenden TeilnehmerInnen zu besuchen. Solche Begegnungen sind besonders intensiv.

 

Begegnung im Dorf

Wir können Projekte vermitteln, bei denen die TeilnehmerInnen in einem Dorf leben – meist im Schulgebäude – und bei örtlichen Bauvorhaben helfen – z.B. bei der Anlage eines Wasserkanals, beim Renovieren der Schule oder des Gemeinschaftshauses. Bei Bedarf übernehmen wir dafür auch Materialkosten. Es ist darauf zu achten, dass durch den Einsatz der Reisegruppe einheimischen Arbeitskräften keine Arbeitsplätze weggenommen werden – Erntearbeiten z.B. werden häufig von Saisonarbeitern erledigt; die Arbeit der Gruppe soll aber der Dorfgemeinschaft zugute kommen.

Wenn die Reisegruppe für eine konkrete Arbeitsleistung im Dorf Unterkunft und Verpflegung bekommt, so ist die Begegnung für beide Seiten gleichberechtigt und kann zu einem echten Austausch führen. Andernfalls würde die Gastfreundschaft jede ernsthafte Arbeit verbieten.

Kinder und Jugendliche, die mit unseren Mitteln reisen, sind in der Regel Großstadt-Kinder und haben oft nur sehr vage Vorstellungen vom Leben in und mit der Natur, von der Arbeit auf dem Lande. Der Aufenthalt in einem Dorf kann für sie ein großes Abenteuer sein, auch (und gerade) wenn die Bedingungen dort schwierig sind. Am Ende ist immer die Freude groß, es geschafft zu haben. Die Eindrücke vom Dorf sind oft die nachhaltigsten der ganzen Reise.

Viele Kinder/Jugendliche, deren Eltern oder Großeltern aus der Türkei gekommen sind, kennen das ländliche Leben in der Türkei bereits durch Verwandtenbesuche oder durch Erzählungen oder Fotos. Die Teilnahme an einem Arbeitsprojekt in der Gruppe ermöglicht ihnen, das Leben im Dorf noch einmal anders wahrzunehmen und "Familiengeschichte" besser zu verstehen.

 

Begegnung mit und in der Stadt

Grundsätzlich sollte der Besuch einer großen Stadt Bestandteil einer Reise in die Türkei sein. Großstadtkinder finden sich in anderen Großstädten schnell zurecht, und sie werden viele Dinge finden, die ihnen sehr vertraut sind – vor allem im Bereich des Konsums. Das mag den Blick für Unterschiede schärfen.

Eine sehr schöne und intensive Art, eine Stadt kennen zu lernen, ist das Erarbeiten von Stadtspaziergängen in Kleingruppen. Schon hier in Berlin können über Internet und Reiseführer, über eigene Vorerfahrungen oder Bekannte, Orte herausgefunden werden, die es zu besuchen lohnt – nach Kriterien, die die Jugendlichen selber entwickeln.

In Städten können auch gemeinnützige Arbeitsprojekte durchgeführt werden. Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit, einander im Rahmen sozialer Projekte zu begegnen – Kindergärten, Straßenkinderprojekte etc. – und dabei auch innovative Konzepte kennen zu lernen. Einige Gruppen haben damit gute Erfahrungen gemacht.

 

Begegnung in Afacan

Seit 2004 betreiben wir in der Türkei die Begegnungsstätte Afacan und wir möchten, dass die Gruppen diesen Ort auch nutzen – für die Erholung, erste Reflexionen der Reise, für die Begegnung mit anderen Gruppen (für die wir finanzielle Unterstützung geben, siehe oben), für die Weiterbildung. Daher ist die Förderung einer Reise in die Türkei in der Regel an einen Aufenthalt in Afacan gebunden.

Die Kosten für Übernachtung und Verpflegung entsprechen etwa den Preisen, die Gruppen in einem zwei Sterne Hotel zahlen müssten. Unsere Einnahmen werden ausschließlich zum Betrieb und Erhalt der Anlage verwendet. Es gibt Übernachtung mit Frühstück, mit Halb- oder Vollpension.

Mehr Infos:
auf dieser Website unter: Begegnungsstätte Afacan
auf der Afacan-Website (deutsch, englisch, türkisch): www.afacan.de
auf der Afacan-Website (türkisch): www.afacan.info